Das
Kirchengebäude Mullions (St Mellanus)
Erbaut im 13. und 15. Jahrhundert
Melaine oder Mellanus wurde 450 n.Chr. in Plaz in der Bretagne geboren.

Er wurde Mönch und sehr früh zum Abt seines Klosters ernannt. Dann wurde er Bischof von Rennes und Berater von König Clovis. Wir sind vermutlich über den St. Michael´s Mount und eine dort befindliche Reliquie mit ihm verbunden. Die Figur des Mellanus wurde von einem der früheren Pfarrer in der Nähe vom Dom in Rennes in Frankreich gekauft, der diesem Heiligen geweiht ist.
Das Dorf Mullion ist die Heimat einer wohlhabenden und kulturell engagierten Gemeinde. Auch die Kirche zeigt die liebevolle Zuwendung der Gemeinde seit vielen Generationen.
Das Kirchengebäude Mullions, erbaut im 13te Jahrhundert mit viele interessante sehenswurdigkeiten, beherrscht baulich das Dorf und befindet sich in der Mitte eines einfachen Einbahnstraßensystems. Besucher wird empfohlen, den Schildern zu den nahegelegenen Parkplätzen (ohne Gebühr) zu folgen.
Den Kirchturm von Mullion
sieht man schon aus großer Entfernung. Ähnlich vielen anderen Türmen in dem
hiesigen Meneage-Bereich wurde er aus zwei verschiedenen Gesteinsarten gebaut
– aus dem überall vorhandenen Granit und dem lokalen Serpentine, woraus sich
dann die zweifarbige Fassade ergibt. Der Turm wurde in zwei
Bauabschnitten ohne
Strebepfeiler errichtet und ist dem Turm in Cury sehr ähnlich.
So sind an der Westtür die gemeißelten Kämpfer ähnlich – ein Kämpferkapitell stellt einen Bischof mit Mitra dar.
Oberhalb des Westfensters wurde in einen einzigen großen Granitblock eine sehr ungewöhnliche Kruzifixdarstellung gemeißelt, die ihrer Art an die frühmittelalterlichen Kreuze gemahnt.
An dem ungewöhnlich schön
gearbeiteten Südportal zeigt das Portal selbst ein feines Gewände, das den
Arbeiten in Cury und Gunwalloe ähnlich ist.
Die Decke im Inneren des
Kirchenschiffs trägt wunderbare Schnitzereien.
Am Fuß des aus dem 13.
Jahrhundert südlichen
Hauptportals ist die sogennante Hunde-Tür eingelassen – ähnlich den heutigen
Katzen-Türchen
Diese Türchen gibt es oft in den Kirchen in der Nähe von Weidegebieten; besonders häufig kommen sie in Wales vor. Denn damals sollten während der Messe die Schäferhunde ungehindert die Kirche betreten und verlassen können – vermutlich konnten sie sich nicht so lange konzentrieren wie ihre Herrchen! Rechts vom Eingang befindet sich das Weihwassergefäß.
Wenn Sie die Tür öffnen
und den prachtvollen Innenraum betreten, wird Ihr Geruchssinn angenehm angeregt;
zu allen Zeiten riecht die Kirche in Mullion
nach gutem Wachs, ein
Gemisch aus Bienenwachs und Leinöl, das oft in herrschaftlichen Häusern
gebraucht wird und das von der jahrelangen und liebevollen Zuwendung zu guten Möbelstücken
zeugt. Und Mullion besitzt viel davon.
Die Schauseiten des
Kirchengestühls gehören zu den schönsten und am feinsten gearbeiteten im
gesamten Umkreis; der restaurierte Lettner, der die Kirche durchteilt ist eine
Meisterleistung der Holzschnitzkunst.
Der Gesamteindruck der Kirche vermittelt die Atmosphäre einer gut erhaltenen, sorgfältig restaurierten Kostbarkeit. Zu Beginn des 20. Jh war F.C. Eden für diese wohlgelungene Restaurierung in Mullion zuständig.
Die fein gearbeitete Decke ist im Faßstil gebaut, das in Cornwall üblich ist. Die originalen Balken sollen aus dem Goonhilly Forst stammen, der im Mittelalter das Gebiet der heutigen Downs bedeckte. 1987/88 wurde das ganze Dach restauriert und mit getreuen Kopien der alten Muster erneuert. Es gibt keine Nägel in den Eichenbalken, alle sind mit Holzstiften befestigt, die Decken wurden aus Lattenwerk gezimmert, das mit Kalk und Pferdehaar stabilisiert ist.

Der achteckige Taufbecken stammt aus dem 13. Jh. Drei Seiten zeigen Flachreliefs mit Mustern, eine vierte eine Schlange.
Die Nordtür (direkt
gegenüber dem Südportal) wurde früher Teufelstür genannt, weil man sie während
der Taufen aufmachte, um etwaige böse Geister aus dem Täufling entkommen zu
lassen. Die Eichentür soll aus dem 11. Jh. stammen – die Ziernägel sind aus
Holz und nicht aus Eisen.
Darüber ist das königliche
Wappen,
das angeblich von
Charles II nach einem Gottesdienstbesuch in dieser Kirche gestiftet wurde.
Der Lettner ist eines der
Prachtstücke der Kirche. Das Original wurde
wahrscheinlich im 15. Jh
errichtet, litt aber während der Reformation und wurde mehr oder weniger zerstört.
1925 wurde mit der vollständigen Restaurierung begonnen, die von Herbert Reed,
Exeter, durchgeführt wurde.
Das Ergebnis zeugt von
der meisterhaften Handwerkskunst des 20. Jahrhunderts, denn der gesamte Lettner
wurde samt Chorbühne, Brüstung und dem Kruzifix wiederhergestellt. Das letzte
Teilstück wurde 1961 fertiggestellt. Von dem Original bleibt sehr wenig zu
erkennen, am besten ist dies im Bereich unterhalb der Querblende über der
Kanzel zu sehen.
Besonders interessant
sind auch die Schauseiten des Gestühls. Sie sind sehr schön verarbeitet. Das
Holz stammt angeblich aus dem alten Forst von Goonhilly. Symbole der Passion
Christi, Karikaturen der Geistlichen, Initialen, bacchantische Figuren – und
sogar Jonas im Bauch des Wales sind zu finden!
Die Figuren an der Schalldeckel sollen Heilige darstellen: zu den Zeiten der Republik unter Cromwell wurden sie übermalt, um sie vor Übergriffen eifriger Puritaner zu schützen. Ein Pfarrer von Mullion, Thomas Flavel, der für seine Gabe des Exorzismus bekannt war, wurde während der Republik des Amtes enthoben und im Jahre 1660 wieder im Amt eingeführt.
An der Stelle, wo der
Lettner auf den südlichen Seitengang trifft, ist ein Stück eines alten Freskos
erhalten, das unter dem Kalkanstrich entdeckt wurde. Die heutigen Kirchen mit
glattem Steinwerk oder Kalkanstrich waren früher oft mit farbenprächtigen
Fresken von Heiligen und Szenen aus Jesus´ Leben versehen, als sogenannte `Bibel
der Armen´.
2 Paneelen des Lesepultes zeigen Schnitzereien aus der Zeit der ersten Königin Elizabeth, etwa um 1535.
Das Wappen oberhalb der Südtür ist dasjenige der Familie Erisey, die im (jetzt zerstörten) Erisey Manor wohnte.

Die Kirche von Mullion ist voller Leben – die wunderbaren bestickten Kniepolster und das Material, das für Besucher bereitsteht, zeugen davon. Im Church Guide finden Sie mehr Details über die Kirche.